CO2 einsparen heißt auch Energie einsparen

In der Ernährungsindustrie sind Versorgungs- und Querschnittstechniken große Energiefresser. Mit energieeffizienten Maßnahmen senken Sie Ihren Verbrauch und reduzieren gleichzeitig Ihre CO2-Emissionen.

Arbeiten Sie schon effizient bei Prozesswärme und -kälte, Druckluft- und Frischluftversorgung, Kraft-Wärme-Kopplung, bei elektrischen Antrieben und Beleuchtung? Unsere Expertinnen und Experten verraten Ihnen in unseren Online-Seminaren ihre wichtigsten Energiespartipps. Mit unseren übersichtlichen Checklisten überprüfen Sie die Effizienz Ihrer Anlagen und erkennen schnell, wo Sie bei den einzelnen Versorgungstechniken einsparen können. Viele Ideen für den energieeffizienten Anlagebetrieb lassen sich sofort umsetzen.

PROZESSKÄLTE

Optimieren Sie Ihre Prozesskälte

Wussten Sie, dass die Kältetechnik in Deutschland für etwa fünf Prozent der direkten und indirekten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist? Allein die Nahrungsmittelindustrie verursacht mit ihrem Strombedarf für Kältetechnik (geschätzt 6.766 GWh/a im Jahr 2011) jährlich etwa 3,2 Millionen Tonnen indirekte CO2-Emissionen. Für die Berechnung zugrunde gelegt wurden die CO2-Emissionen der deutschen Stromproduktion im Jahr 2018 von 474 g CO2/kWhel.

Hier gibt es klaren Handlungsbedarf und klare Einsparpotenziale für Sie: Wenn Sie Ihre Prozesskälte optimieren, helfen Sie, die nationalen Klimaschutzziele zu erreichen und senken gleichzeitig Ihre Energiekosten.

Checkliste Prozesskälte optimieren

Für eine schnelle Bestandsaufnahme Ihrer Anlage

Sperren Sie unproduktive Verbraucher ab.

  • Hydraulische Absperrung nicht arbeitender Verbraucher

Heben Sie die Soll-Kaltwassertemperatur an.

  • Anhebung der Soll-Kaltwassertemperatur nach Anforderung der Verbraucher
  • Anhebung der Soll-Kaltwassertemperatur in der produktionsfreien Zeit

Senken Sie den Energiebedarf der Pumpen.

  • Bedarfsgerechte Regelung der Pumpen
  • Einsatz eines Frequenzumrichters
  • Abschalten der Pumpen bei Nicht-Bedarf
  • Schlecht-Punkt-Regelung
  • Erhöhung der Temperaturspreizung

Steigern Sie die Effizienz Ihrer Pumpen.

  • Einsatz von Hocheffizienzpumpen und Austausch von Pumpen mit Alterserscheinungen

Reduzieren Sie Druckverluste.

  • Durchführung eines hydraulischen Abgleichs
  • Reinigung der Filter im Verteilsystem
  • Verwendung größerer Leitungsquerschnitte
  • Überprüfung der Drosselventile und Einsatz dezentraler Pumpen

Verringern Sie Kälteverluste.

  • Dämmung von Rohrleitungen, Armaturen und Bauteilen sowie korrekte Ausführung der Dämmung

Vermeiden Sie unnötig niedrige Vor- und Rücklauftemperaturen.

  • Vermeidung der Vermischung von Vorlauf und Rücklauf
  • Einsatz effizienter Wärmeübertrager
  • Anpassung der Verteilung und Aufteilung in unterschiedliche Kältekreise

Reduzieren Sie Ihr Druckniveau.

  • Absenkung des Druckniveaus unter Berücksichtigung der Anforderungen der Verbraucher
  • Dezentrale Versorgung einzelner Verbraucher mit erhöhtem Druckniveau

Setzen Sie Maßnahmen zur Wärmerückgewinnung an Ihren Kompressionskältemaschinen um.

  • Nutzung der Abwärme des Kälteprozesses durch Maßnahmen zur Wärmerückgewinnung

Senken Sie den Kondensationsdruck bzw. die Kondensationstemperatur ab.

  • Einsatz einer Witterungsführung der Kompressionskältemaschine
  • Erweiterung der Wärmeübertragerfläche
  • Regelmäßige Reinigung des Kondensators
  • Einsatz eines elektronischen Expansionsventils

Erhöhen Sie den Verdampfungsdruck bzw. die Verdampfungstemperatur.

  • Anpassung des Verdampfungsdrucks bzw. der Verdampfungstemperatur
  • Einsatz größerer Direktverdampfer
  • Regelmäßige Reinigung der Verdampfer

Steigern Sie die Effizienz Ihrer freien Kühlung bzw. Rückkühlung.

  • Anhebung der Wassereintritts- und der Wasseraustrittstemperatur
  • Einsatz drehzahlgeregelter Ventilatoren
  • Ausnutzung des Verdunstungseffekts
  • Auswahl günstiger Standorte für Rückkühler
  • Regelmäßige Reinigung der Rückkühler

Warten Sie Ihr Kältesystem regelmäßig.

  • Durchführung regelmäßiger Wartungen

Verringern Sie Startvorgänge und Standby-Verluste.

  • Überprüfung der Regelung der Kälteanlage
  • Ausschalten der Anlagen gegenüber längerer Standby-Zeiten

Betreiben Sie mehrere Kälteanlagen in einem Verbund.

  • Einsatz einer zentralen Kälteerzeugung

Steigern Sie die Effizienz Ihrer im Verbund betriebenen Anlagen zur Kälteerzeugung.

  • Einsatz einer übergeordneten Steuerung
  • Kombination von Kompressionskälteanlagen mit Anlagen freier Kühlung

Nutzen Sie alternative Kälteerzeugungsanlagen.

  • Ersatz von Kompressionskälteanlagen durch Anlagen freier Kühlung
  • Einsatz einer Absorptionskälteanlage

Setzen Sie effiziente Kälteerzeuger bzw. effiziente Komponenten ein.

  • Einbau effizienter Komponenten

Überprüfen Sie die die Leistungsfähigkeit Ihrer Anlage zur Kälteerzeugung.

  • Überprüfung der Kälteanlage auf die bei der Auslegung berechnete Effizienz und Leistung

Senken Sie den Energiebedarf der Kühlräume.

  • Reduktion der Wärmelasten und Wärmequellen
  • Türen geschlossen halten
  • Anpassung der Kühlraumtemperatur
  • Ausschalten von leeren Kühlräumen
  • Optimierung der Abtauung
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„Die Kältetechnik in Deutschland ist für etwa fünf Prozent der
Treibhausgasemissionen verantwortlich. In meinen über 20
Jahren Erfahrung in der Vor-Ort-Beratung von Industrieunternehmen
weiß ich: Meistens gibt es hier ein erhebliches Einsparpotenzial.
Häufig sind Temperaturen und Drücke nicht bedarfsgerecht
eingestellt. Oft bringen schon kleine regelungstechnische
Maßnahmen große Erfolge.“

SYLVIA JACOBI
Senior Consultant
ÖKOTEC Energiemanagement GmbH

KLIMASCHUTZMANAGEMENT

Integrieren Sie ein systematisches Klimaschutzmanagement

Um die Erderwärmung global zu begrenzen hat sich Deutschland das Ziel gesetzt, seine Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Mit einem systematischen Klimaschutzmanagement minimieren Sie klimaschädliche CO2-Emissionen, sparen Kosten und punkten bei Ihren Kunden. Wesentliche Grundlage ist der Dreiklang „Vermeiden – Reduzieren – Kompensieren“. Ein Monitoring auf Basis von Kennzahlen macht Erfolge messbar und sichtbar.

In der Online-Checkliste und den Unterlagen zum Online-Seminar erhalten sie einen Überblick und Hilfestellung, um direkt starten zu können.

Checkliste Klimaschutzmanagement

Schritte zur Klimaneutralität

Klärung der Zielstellung

Überlegen Sie sich als Erstes, welches Ziel Sie mit der Einführung eines Klimamanagementsystems erreichen wollen. Möchten Sie beispielsweise Emissions-Hotspots innerhalb der Wertschöpfungskette identifizieren, den CO2-Fußabdruck einzelner Produkte (Product Carbon Footprint – PCF) oder den des gesamten Unternehmens (Corporate Carbon Footprint – CCF) bestimmen?

Identifikation der Interessen und Bedürfnisse der Stakeholder

Ermitteln Sie die Interessen und Bedürfnisse interner und externer Stakeholder, um anschließend den Anwendungsbereich und die strategische Ausrichtung Ihres Klimamanagementsystems definieren zu können. Für die THG-Bilanz relevante interne Stakeholder sind üblicherweise die Geschäftsführung und MitarbeiterInnen. Zu den externen Stakeholdern zählen unter anderem Kunden, Investoren, Wettbewerber, Lieferanten, Behörden und NGOs.

Erstellung einer Kontextanalyse

Ordnen Sie die Interessen und Bedürfnisse Ihrer Stakeholder in die Kategorien Chancen und Risiken ein. Die Auswertung der Chancen und Risiken erfolgt im Rahmen einer Kontextanalyse, deren festgelegte und dokumentierte Methodik aus einem bereits bestehenden Managementsystem übernommen werden kann. Achten Sie darauf, dass eine fortlaufende Aktualisierung Ihrer Kontextanalyse möglich ist.

Einbindung der Geschäftsführung

Das Top-Management muss ein klares Bekenntnis zum Klimamanagement abgeben (analog zum Energiemanagement). Es muss sicherstellen, dass Verantwortlichkeiten und Befugnisse relevanten Rollen zugewiesen und innerhalb der Organisation bekannt gemacht werden. Wenn Ihr Unternehmen bereits über ein Energie-, Nachhaltigkeits- oder Umweltmanagement-Team verfügt, kann dieses um neue Mitglieder erweitert werden, um ausreichend Fachkompetenz und Kapazität zur Umsetzung Ihres Klimamanagementsystems sicherzustellen.

Festlegung der Organisationsgrenzen

Gehen Sie bei der Definition Ihrer Organisationsgrenzen einheitlich vor (finanzielle oder operative Kontrolle) und begründen Sie Ihr Vorgehen. Achten Sie darauf, dass die Organisationsgrenze alle relevanten THG-Quellen beinhaltet.

Festlegung der THG-Berichtsgrenzen

Identifizieren Sie Ihre direkten und indirekten THG-Emissionen sowie die entzogenen THG-Mengen in Ihren Betriebsabläufen. Die Wahl der Berichtsgrenze hat Einfluss darauf, welche Emissionen als direkt bzw. indirekt kategorisiert werden. Eine genauere Einteilung erfolgt anhand von “Scopes”: Scope 1 umfasst alle direkten THG-Emissionen. Die indirekten THG-Emissionen aus dem Bezug leitungsgebundener Energie werden Scope 2 zugeordnet. Indirekte THG-Emissionen aus vor- und nachgelagerten unternehmerischen Aktivitäten werden in Scope 3 zusammengefasst.

Prüfung der Integration in vorhandene Managementsysteme

Prüfen Sie die Integration des Klimamanagementsystems in Ihre bereits bestehenden Managementsysteme, um unnötige Mehraufwände zu vermeiden. Insbesondere bei der Identifikation von Stakeholdern, der Kontextanalyse, dem Datenmanagement und der Festlegung der Organisationsgrenzen können Sie auf Ihre bestehenden Arbeiten und Unterlagen zum Energiemanagementsystem aufbauen und bestehende Strukturen nutzen.

Erstanalyse der THG-Quellen für Scope 1-3

Analysieren Sie Ihre potentiellen THG-Quellen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Ihrer Tätigkeiten und Produkte und ordnen Sie diese den Scopes 1-3 zu. Listen Sie die THG-Quellen in einer kurzen Übersicht auf und ergänzen Sie die zugehörigen Datenquellen. Zu indirekten Emissionen (Scope 3) außerhalb Ihres Einflussbereichs liegen oftmals keine aussagekräftigen Daten vor – hier müssen Sie zunächst Abschätzungen vornehmen.

Definition & Anwendung von Wesentlichkeitskriterien für Scope 1-3

Aufgrund begrenzter Ressourcen sollten Sie zunächst dort investieren, wo Sie die größte Wirkung oder das höchste Risiko erwarten. Erarbeiten Sie zunächst Kriterien, auf deren Grundlage Sie eine Wesentlichkeitsbetrachtung durchführen können. Die Kriterien können Aspekte wie beispielsweise das Volumen der Emissionen, Einflussmöglichkeiten auf THG-Quellen/-Senken oder den Zugang zu Informationen berücksichtigen. Bei der Anwendung müssen Sie die Anforderungen der Stakeholder beachten, um keine Emissionen auszuschließen, die von den Stakeholdern als wichtig erachtet werden. Das betrifft insbesondere die Scope-3-Emissionen.

Überprüfung der bestehenden Datenverfügbarkeit

Greifen Sie bei der Datenerhebung auf bestehende IT-Systeme zurück. Aktivitätsdaten wie Treibstoffverbräuche, Strom sowie THG-Emissionen Ihrer Zulieferer und Kunden liegen häufig in unterschiedlicher Qualität vor. Ziehen Sie Primärdaten immer sekundären Daten aus Modellen oder Abschätzungen vor.

Ermittlung der Emissionsfaktoren

Greifen Sie bei der Auswahl von Emissionsfaktoren auf Angaben Ihrer Energielieferanten und anerkannte Datenbanken zurück. Beachten Sie dabei, dass manche Emissionsfaktoren Vorketten beinhalten, andere wiederum nur die direkte Verbrennung von Stoffen berücksichtigen. Aus diesem Grund ist eine detaillierte Bewertung der Emissionsfaktoren unter Berücksichtigung Ihrer Gegebenheiten unabdingbar.

Berechnung der THG-Emissionen

Wenn Sie die Emissionsfaktoren zur Hand haben, benötigen Sie noch die zugehörigen Aktivitätsdaten (z. B. Gasverbrauch) in Ihrem Unternehmen. Damit berechnen Sie die CO2-Emissionen für ihr Unternehmen (Corporate Carbon Footprint) insgesamt. Wenn Sie die Aktivitätsdaten einzelnen Produkten zuordnen können, sind auch produktbezogene Carbon Footprints (PCFs) als Kennzahlen möglich. Legen Sie fest, welche “Scopes” sie ansetzen: Möchten Sie die eigenen Aktivitäten, oder auch die Ihrer Lieferanten und Kunden bei der Betrachtung einbeziehen?

Auswahl & Begründung des Basisjahrs

Anhand des Basisjahrs werden Klimaziele und konkrete Maßnahmen gemessen, weshalb bei dessen Wahl interne und externe Einflüsse und Entwicklungen berücksichtigt werden müssen. Achten Sie bei der Wahl Ihres Basisjahrs darauf, dass der ausgewählte Basiszeitraum repräsentativ für die aktuelle Berichtsgrenze Ihrer Organisation ist und eine belastbare Datengrundlage vorliegt. Sie müssen die Auswahl in Ihrer THG-Erklärung erläutern.

Erstellung eines THG-Berichts

Dokumentieren Sie Ihre Methodik und die verwendeten Datenquelle, damit Ihr Vorgehen für alle Beteiligten nachvollziehbar ist. Möchten Sie Ihre THG-Bilanz verifizieren lassen oder eine THG-Erklärung veröffentlichen, ist ein THG-Bericht laut der ISO 14064-1 verpflichtend und muss unter anderem folgende Anforderungen einhalten: Transparenz, Relevanz, Vollständigkeit, Konsistenz und Korrektheit.

Festlegung einer allgemeinen Klimastrategie

Die Klimapolitik gibt den Rahmen für die strategischen Ziele Ihres Klimamanagementsystems vor. Auf dem Weg zur Klimaneutralität sollte Ihre Strategie folgenden Ansatz berücksichtigen: Vermeiden, reduzieren, kompensieren. Unabhängig davon, ob Sie Ihren CO2-Fußabdruck auf Unternehmensebene oder Produktebene bestimmen, sollte der Grundsatz der fortlaufenden Verbesserung der (klimarelevanten) Leistung und des Managementsystems an sich in Ihrer Klimapolitik verankert sein.

Aufstellung von Baselines

Damit Sie die Wirksamkeit von Klimaschutzmaßnahmen auswerten können, benötigen Sie Baselines (Ausgangsbasen), mit denen Sie sich vergleichen können. Eine Baseline beschreibt die Zusammenhänge im Basisjahr. Die Wirkung der Maßnahme werten Sie durch einen Vergleich der Baseline mit aktuell gemessenen Kennzahlen (z. B. Product Carbon Footprints) aus.

Aufstellung spezifischer Reduktionsziele

Die Reduktionsziele sind ein zentrales Element Ihres Klimamanagementsystems und stehen im Einklang mit Ihrer Klimapolitik. Absolute Ziele haben für eine wirkungsvollen Beitrag zum Klimaschutz eine größere Relevanz – setzen Sie sich vorrangig Ziele, die auf eine absolute THG-Emissionsreduktion abzielen und durch konkrete Werte überprüfbar sind. Die Ziele sollten spezifisch,   messbar, ambitioniert, realistisch und terminiert (SMART) sein. Setzen Sie sich kurzfristige (<5 Jahre) und mittelfristige Ziele (10-15 Jahre). Das Zieljahr sollte passend zu dem politischen Umfeld (bspw. Paris Abkommen) oder der Unternehmensstrategie sein.

Formulierung von Maßnahmen zur Erreichung der Ziele

Durch Ihre THG-Bilanz haben Sie bereits Transparenz geschaffen und relevante THG-Verursacher identifiziert. Entwickeln Sie nun Maßnahmen, durch deren Umsetzung Sie die spezifischen Reduktionsziele erreichen und Ihre THG-Emissionen vermeiden bzw. reduzieren können.

Zusammenfassung der Ziele & Maßnahmen in einem Klimaprogramm

Im Klimaprogramm bzw. in Aktionsplänen definieren Sie Maßnahmen zum Erreichen der Ziele und legen fest, wie die Umsetzung betrieblich organisiert ist. Legen Sie KPIs, Verantwortlichkeiten, Ressourcen und eine Terminierung je Maßnahme fest. Über ein regelmäßiges Controlling sollten Sie den Status-Quo der Bearbeitung und die Wirksamkeit der Maßnahmen nach Umsetzung überprüfen.

Überprüfung der Notwendigkeit einer externen Überprüfung

Mit einer externen Prüfung durch eine unabhängige Stelle erhöhen Sie die die Glaubwürdigkeit Ihrer THG-Bilanz. Die externe Verifizierung sichert die Berichterstattung ab, verbessert die Reputation und dient als Nachweis für die Glaubwürdigkeit Ihrer Klimaneutralität.

Verifizierung durch akkreditierte Verifizierungsstelle

Oberstes Gebot ist, dass eine Prüfung vollständig, unabhängig und ohne Interessenskonflikte erfolgt. Das bedeutet, dass die Verifizierungsstelle an der Erstellung der THG-Bilanz in keiner Form mitgewirkt haben darf. Akkreditierte Zertifizierungsstellen werden durch die Akkreditierungsstellen der europäischen Staaten regelmäßig kontrolliert. In Deutschland ist das die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS).

Entscheidung über Art und Umfang der Kommunikation (intern/extern)

Entscheiden Sie, ob die Kommunikation ausschließlich intern oder auch extern erfolgen soll. Sie sind nicht dazu verpflichtet, den THG-Bericht zu veröffentlichen.

bei öffentlicher Kommunikation: Abgleich der grundsätzlichen Anforderungen

Ihre THG-Erklärung können Sie z. B. gemäß GHG Protokoll erstellen. Ferner bietet die ISO 14064-1 einen Vorschlag zur Strukturierung Ihres THG-Berichts.

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„Wir stellen Ihnen vor, mit welchen Schritten Sie Klimaschutzmanagement
effektiv und effizient in die bereits bestehenden Unternehmensstrukturen
und -prozesse integrieren. Das Vorgehen baut auf unsere langjährige
Erfahrung auf. Wenn Sie
bereits ein Energiemanagement erfolgreich
betreiben, ist der Schritt zum Klimamanagement und einer
perspektivischen
Klimaneutralität nicht weit.“

Dr. Kirsten Kubin
Head of Energy Efficiency
ÖKOTEC Energiemanagement GmbH

CARBON FOOTPRINTS UND KENNZAHLEN

Verfolgen Sie Ihre Treibhausgase mit Carbon Footprints

Ein Managementsystem ohne Kennzahlen ist wie eine Olympiade ohne Stoppuhr
und Metermaß. Im Klimaschutzmanagement heißen die Kennzahlen „Carbon
Footprints“. An ihnen können Sie ablesen, wie viele Treibhausgasemissionen im
Unternehmen (CCF) anfallen und wie Sie sich auf die verschiedenen Produktgruppen
(PCF) verteilen. Carbon Footprints können Sie für zahlreiche Zwecke verwenden, etwa
für Treibhausgasbilanzen, Nachhaltigkeitsberichte und zur Kundeninformation.
Darüber hinaus ist auch Benchmarking und Monitoring möglich.

Im ersten Online-Seminar zu Kennzahlen lernen Sie die wichtigsten
Berechnungsmethoden und Datenquellen für CCFs und PCFs kennen. Im zweiten
Teil erfahren Sie, wie die Vermeidung energiebedingter CO2-Emissionen in
wesentlichen Bereichen gemessen werden kann.

Checkliste Corporate Carbon Footprints

Schritt für Schritt zur THG-Bilanz Ihres Unternehmens

Definieren Sie die Ziele für den Corporate Carbon Footprint

Machen Sie sich die Gründe für die Erfassung der CO2-Äquivalente für das Unternehmen bewusst. Häufig dient der Corporate Carbon Footprint (CCF) dazu, sich einen Überblick über die Emissionen im Unternehmen zu verschaffen und Hot Spots zu identifizieren. Ein Grund kann z. B. auch der Nachhaltigkeitsbericht oder das Reporting innerhalb eines Konzerns sein. Führen Sie einen Workshop durch, um die verschiedenen Perspektiven in Ihrem Unternehmen bei der Sammlung und Definition der Ziele einzubeziehen. Dokumentieren Sie die Ziele sorgfältig, um später im Prozess damit argumentieren zu können.

Legen Sie die Grenzen für den Corporate Carbon Footprint fest

Klären Sie zunächst, über welche relevanten Anlagen Ihr Unternehmen die Kontrolle hat (alternativ: Eigentumsverhältnisse). Emissionen, die durch diese Anlagen anfallen, sind direkte Emissionen der Unternehmenstätigkeit. Sie werden als Scope 1 Emissionen bezeichnet. In der Ernährungsindustrie handelt es sich in Scope 1 vor allem um brennstoffbezogene Emissionen. Emissionen aus der Energieerzeugung, die nicht in Ihren Anlagen, sondern bereits beim Energieversorger anfallen, gehören in Scope 2. Ein CCF erfasst mindestens Scope 1 und Scope 2 Emissionen. Haben vorgelagerte Lieferketten einen signifikanten Anteil an den Emissionen, erfassen Sie diese in Scope 3. Legen Sie außerdem ein repräsentatives und einheitliches Basisjahr fest, auf das sich der CCF beziehen soll.

Identifizieren Sie die wesentlichen Aktivitäten

Aktivitäten sind die Tätigkeiten, die mit Emissionen behaftet sind. Dazu gehören etwa eingekaufte und verwendete Brennstoffe, Strom sowie beschaffte Roh- und Hilfsstoffe. Bei einer großen Anzahl unterschiedlicher Aktivitäten können Sie zunächst eine Wesentlichkeitsbetrachtung zur Eingrenzung durchführen. Die Kriterien können Aspekte wie beispielsweise ein überschlägig abgeschätztes Volumen der Emissionen sein, sich auf die Einflussmöglichkeiten auf die Aktivitäten oder den Zugang zu Informationen beziehen. Weitere Hinweise liefern die Kostenanteile. Beachten Sie bei einer Eingrenzung die Anforderungen der Stakeholder, um keine Aktivitäten auszuschließen, die von diesen als wichtig erachtet werden. Ordnen Sie die Aktivitäten den Scopes 1 bis 3 zu.

Quantifizieren Sie die Aktivitätsdaten

Aktivitätsdaten markieren die zugehörigen Mengen der Aktivitäten. Daten zu eingekauften Mengen erhalten Sie z. B. aus der Buchhaltung oder Rechnungen von Lieferanten. Produktmengen und Energieverbräuche können Sie auch aus dem Effizienzcontrolling oder ERP Systemen ablesen. Fragen Sie die Daten bei den entsprechenden Abteilungen in Ihrem Unternehmen an, bei denen die Daten auflaufen. Wenn Sie die Mitarbeiteranreise an den Unternehmensstandort als Aktivität berücksichtigen, können Sie die Aktivitätsdaten (z. B. Wegstrecke) über anonyme Umfragen erfassen. Hinterlegen Sie die Aktivitäten mit den ermittelten Aktivitätsdaten.

Dokumentieren Sie die Methoden und Unsicherheiten

Die Dokumentation soll die verwendeten Methoden und ggf. Annahmen nachvollziehbar beschreiben und begründen. Dokumentieren Sie, nach welchen Kriterien Sie Aktivitäten ggf. eingegrenzt und wie Sie die Daten ermittelt haben.

Klären Sie, welche Emissionsfaktoren Sie für welche Aktivitätsdaten benötigen

Wenn Sie die Aktivitätsdaten kennen, gilt es die zugehörigen Emissionsfaktoren zu ermitteln. Falls Sie in einem ersten Schritt nur Scope 3 Emissionen außen vor lassen, benötigen Sie für die Brennstoffe nur Emissionsfaktoren bzgl. der Verfeuerung. Wenn Sie auch Scope 3 Emissionen bei den Lieferanten abbilden möchten, brauchen Sie bei den Brennstoffen zusätzlich Emissionsfaktoren, die sich auf Rohstoffgewinnung, Raffinerieprozess und Transport beziehen. Prüfen Sie auch bei den anderen Aktivitätsdaten, ob sowohl indirekte als auch direkte Emissionen anfallen. Direkte Emissionen können z. B. auch bei Kältemittelleckagen entstehen.

Erfassen Sie verlässlichen Primärdaten bei den Lieferanten

Die bevorzugte Informationsquelle für Emissionsfaktoren sind Ihre Lieferanten, da sie sich auf die konkreten eingekauften Produkte beziehen. Abgesehen von den Energieversorgen können bislang aber nur die wenigsten Lieferanten Auskunft darüber geben, welche Emissionen bei der Produktion entstanden sind. Fragen Sie die Emissionsfaktoren dennoch bei Ihren Lieferanten an. Wenn diese noch nicht vorliegen oder grob geschätzt sind und sich nicht verifizieren lassen, vereinbaren Sie Maßnahmen. Dann kommt der Reporting Prozess entlang der Lieferkette in Gang und Sie können sich zumindest in Zukunft auf Primärdaten stützen.

Nutzen Sie alternativ Sekundärdaten aus verlässlichen Quellen

Bis Sie über belastbare Primärdaten der Lieferanten verfügen, sind Sie auf Datenbanken oder Studien angewiesen. Recherchieren Sie aus verlässlichen Quellen Emissionsfaktoren, die den eingekauften Produkte in Art, Produktionstechnologie, Aktualität etc. möglichst nahe kommen. Eine bekannte kostenfreie Datenbank ist etwa die ProBas Datenbank des Umweltbundesamts.

Dokumentieren Sie die Methoden und Unsicherheiten

Auch bei den Emissionsfaktoren gilt: Dokumentieren Sie, wie Sie die Emissionsfaktoren ermittelt haben und welche Unsicherheiten sich ergeben. Bedenken Sie, dass sich Unsicherheiten verstärken. Wenn sie ungenaue Emissionsfaktoren auf ungenaue Aktivitätsdaten anwenden, ergeben sich sehr ungenaue Emissionsdaten. Wichtig ist, diese Einschränkungen transparent darzulegen. Für eine Verifizierung ist Transparenz eine wichtige Voraussetzung.

Berechnen Sie den CCF

Ermitteln Sie die Emissionen, indem Sie die CO2-Emissionsfaktoren mit den Aktivitätsdaten multiplizieren. Treffen Sie dabei auch eine Aussage zum Unsicherheitsbereich, der den unterschiedlichen Datenqualitäten bei den Aktivitätsdaten und CO2-Emissionsfaktoren Rechnung trägt. Geben Sie im Idealfall eine Bandbreite für den CCF je nach Aktivität an (z. B. +/-20 %).

Erstellen Sie die THG-Bilanz und entscheiden über die Kommunikation

Entscheiden Sie, ob Sie die Ergebnisse für die interne und/oder externe Kommunikation nutzen möchten. Für die Kommunikation des CCFs bietet sich eine THG-Bilanz an, die geordnet nach Scope und Aktivität die Emissionen auflistet. Hinterlegen Sie die THG-Bilanz mit einer Dokumentation, die auf die verwendeten Methoden, die Datenqualitäten, Unsicherheiten und evtl. Annahmen eingeht. Transparenz ist oberstes Gebot bei der THG-Berichterstattung, damit sie für die Stakeholder reproduzierbar und nachvollziehbar ist. Möchten Sie den CCF verifizieren lassen oder im Rahmen einer THG-Erklärung veröffentlichen, ist ein THG-Bericht laut der ISO 14064-1 verpflichtend. Dabei gelten die Grundsätze: Transparenz, Relevanz, Vollständigkeit, Konsistenz und Korrektheit.

Nehmen Sie die Erkenntnisse in Ihre Klimastrategie auf

Aus der Erstellung ergeben sich wertvolle Informationen, welche eingesetzten Stoffe und Energien einen besonders hohen Anteil an den Emissionen in Ihrem Unternehmen haben. Sie erhalten Aussagen zu Hot Spots. Diese Erkenntnisse sind entscheidende Orientierungspunkte für ihre Klimastrategie und welche Potentiale sich hinsichtlich Emissionsvermeidung und -reduzierung ergeben und zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht werden sollen. Daraus resultierende Klimaschutzmaßnahmen können an organisatorischen und technischen Stellen ansetzen: Optimierungen bei der Anlagentechnik im Werk, aber auch der Lieferantenauswahl.

Treiben Sie Klimaschutzmaßnahmen mit kalkulatorischen CO2-Preisen voran

Die gewohnte Steuerungsgröße im Management sind nicht CO2-Emissionen, sondern Kosten. Berechnen Sie die treibhausgasbezogenen Kosten im Unternehmen, indem Sie den CCF mit einem CO2-Preis multiplizieren. Sie können diesen CO2-Preis an real zu entrichtenden Preisen festmachen (z. B. Brennstoffemissionshandelsgesetz). Damit geben Sie Klimaschutzmaßnahmen aber noch keinen besonderen Stellenwert gegenüber anderen Maßnahmen. Legen Sie intern einen kalkulatorischen CO2-Preis fest, der Ihre Risikoeinschätzungen und Zukunftserwartungen ausdrückt. Bei einer intern höheren Bepreisung von CO2 erreichen Klimaschutzmaßnahmen in der Investitionsbewertung bessere Wirtschaftlichkeitskennzahlen und werden eher genehmigt.

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Checkliste Product Carbon Footprints

Schritt für Schritt zum CO2-Fußabdruck Ihrer Produkte

Definieren Sie die Ziele für die Product Carbon Footprints

Machen Sie sich zuerst klar, aus welchen Gründen Sie Product Carbon Footprints (PCFs) erstellen möchten. Häufig sind konkrete Anfragen von Kunden der Anlass, die Transparenz über Emissionen in ihren Lieferketten erlangen möchten. Sie können PCFs auch dazu nutzen, Verbraucher vom eigenen Produkt zu überzeugen. Wenn Ihnen die PCFs bekannt sind, können Sie mit Klimaschutzmaßnahmen auch gezielt in den Lieferketten und bei der Komposition der Zutaten ansetzen. Führen Sie einen Workshop mit den relevanten Stakeholdern (z. B. Marketing, Einkauf, Vertrieb, ggf. auch Kunden und Lieferanten) durch, um die verschiedenen Perspektiven bei der Definition der Ziele der PCFs einzubeziehen. Dokumentieren Sie die Ziele sorgfältig, um sich später darauf berufen zu können. Es ist hilfreich, sich die Ziele selbst und den Stakeholdern immer wieder bewusst zu machen.

Legen Sie die Grenzen für die Product Carbon Footprints fest

PCF können verschiedene Lebenszyklen eines Produktes abbilden. Sollen die PCFs zunächst nur Anhaltspunkte für Emissionen in der eigenen Produktbearbeitung liefern, kann ein “Gate-to-Gate” PCF ein Einstieg sein (Wareneingang bis Warenausgang). Je nach Fachbranche machen diese aber ggf. nur einen kleinen Teil in der ganzen Fertigungskette aus. Soll Ihre Klimastrategie auch an der Auswahl von Lieferanten oder dem Produktdesign (Komposition der Zutaten) ansetzen, brauchen Sie “Cradle-to-Gate” PCFs (von der Wiege bis zum Warenausgang). Diese bilanzieren auch Emissionen der vorgelagerten Fertigung. Eine dritte Möglichkeit sind “Cradle-to-Grave” PCFs, die Emissionen der weiteren Produktverwendung einbeziehen (z. B. Verteilung und Lagerung durch den Handel, Zubereitung durch die Endverbraucher etc.). In der Regel wird vom Handel der Cradle-to-Gate PCF nachgefragt.

Ermitteln Sie die Aktivitätsdaten möglichst verursachungsgerecht

Die Aktivitätsdaten markieren die Prozesse, die mit Emissionen behaftet sind. Für die Herstellung eines Produkts benötigen Sie unterschiedliche Zutaten. Aus der Produktkennzeichnung ist Ihnen i.d.R. bereits bekannt, welche Zutaten in welchen Mengen in einem Produkt enthalten sind. Das ist eine gute Ausgangsbasis. Die Produktion benötigt neben den Zutaten aber auch Stoffe, die nicht physisch in das Produkt einfließen (Betriebsstoffe). Darüber hinaus fallen Energieverbräuche z. B. für Versorgungstechnik, Produktionsanlagen und Transport an. Es ist nicht immer offensichtlich, wie sich diese Stoffe und Energien auf die verschiedenen Produkte aufteilen. Hier gilt es, die Stoff- und Energieströme entlang der Fertigung nachzuvollziehen. Fertigen Sie dafür Nutzen-Aufwand-Schemata an. Wie das funktioniert, ist in den Leitfäden zum EnPI-Connect Projekt verdeutlicht.

Weisen sie andere Aktivitätsdaten mit Verteilungsschlüsseln zu

Manche Stoffe und Energien können Sie nicht verursachungsgerecht einem Produkt zuteilen, da die Messtechnik dafür noch fehlt oder weil sie übergeordnet anfallen (z. B. in der Verwaltung). In diesen Fällen bleibt Ihnen nur eine Zuweisung anhand von Verteilungsschlüsseln. Dabei können Sie sich ggf. an der Verteilung der Gemeinkosten in der Kostenträgerrechnung orientieren. Die Controlling-Abteilung kann hier weiterhelfen.

Dokumentieren Sie die Methoden und Unsicherheiten

Damit Sie und die Stakeholder nachvollziehen können, wie sich Ihre PCFs zusammensetzen, ist eine Dokumentation wichtig. Die Dokumentation soll die verwendeten Methoden und ggf. Annahmen nachvollziehbar beschreiben und begründen. Gerade die Aktivitätsdaten, die mittels Verteilungsschlüsseln zugewiesen wurden, haben eine gewisse Ungenauigkeit. Diese Ungenauigkeiten müssen Sie dokumentieren.

Klären Sie, welche Emissionsfaktoren Sie für welche Aktivitätsdaten benötigen

Wenn Sie die Aktivitätsdaten je Produkt kennen, gilt es die zugehörigen Emissionsfaktoren zu ermitteln. Emissionsfaktoren sind die PCFs der eingekauften Produkte und Energien. Mit den Cradle-to-Gate PCFs aus der Lieferantenperspektive können Sie in Verbindung mit Ihren Aktivitätsdaten (Einkaufsmengen) bestimmen, welche CO2-Emissionen bis zum Wareneingang bei Ihnen bereits angefallen sind. Damit Sie einen eigenen Cradle-to-Gate PCF bezogen auf Ihr Produkt berechnen können, benötigen Sie zusätzlich Informationen zu Emissionen, die erst im Zuge der Verwendung des Stoffs in ihren Organisationsgrenzen anfallen. In der Ernährunsindustrie handelt es sich dabei vor allem um die Verfeuerung von Brennstoffen. Sie benötigen für Brennstoffe daher Emissionesfaktoren, die neben den Emissionen aus der Vorkette die Emissionen aus der Verfeuerung berücksichtigen. Klären Sie, ob auch bei weiteren Stoffen Emissionen direkt am Standort entstehen und die Emissionsfaktoren diese berücksichtigen. Direkte Emissionen können z. B. auch bei Kältemittelleckagen entstehen.

Erfassen Sie verlässlichen Primärdaten bei den Lieferanten

Die bevorzugte Informationsquelle für Emissionsfaktoren sind Ihre Lieferanten, da sie sich auf die konkreten eingekauften Produkte beziehen. Damit Sie Ihren Kunden reale Cradle-to-Gate PCFs berichten können, benötigen Sie selbst reale Daten aus der vorgelagerten Produktion. Abgesehen von den Energieversorgen können bislang aber nur die wenigsten Lieferanten Auskunft über ihre eigenen PCFs geben. Fragen Sie diese dennoch bei Ihren Lieferanten an. Wenn diese PCFs von Seiten der Lieferanten noch nicht vorliegen oder grob geschätzt sind und sich nicht verifizieren lassen, vereinbaren Sie Maßnahmen. Dann kommt der Reporting Prozess entlang der Lieferkette in Gang und Sie können sich zumindest in Zukunft auf Primärdaten stützen.

Nutzen Sie alternativ Sekundärdaten aus verlässlichen Quellen

Bis Sie über belastbare Primärdaten der Lieferanten verfügen, sind Sie auf Datenbanken oder Studien angewiesen. Recherchieren Sie aus verlässlichen Quellen Emissionsfaktoren, die den eingekauften Produkten in Art, Produktionstechnologie, Aktualität etc. möglichst nahe kommen. Eine bekannte kostenfreie Datenbank ist etwas die ProBas Datenbank des Umweltbundesamts.

Dokumentieren Sie die Methoden und Unsicherheiten

Auch bei den CO2-Emissionsfaktoren gilt: Dokumentieren Sie, wie Sie die Emissionsfaktoren ermittelt haben und welche Unsicherheiten sich ergeben. Bedenken Sie, dass sich Unsicherheiten verstärken. Wenn sie ungenaue Emissionsfaktoren auf ungenaue Aktivitätsdaten anwenden, ergeben sich sehr ungenaue Emissionsdaten. Wichtig ist, diese Einschränkungen transparent darzulegen. Es ist keine Anforderung der Verifizierung nach ISO 14067, einen exakten PCF zu ermitteln. Der PCF soll möglichst genau, vor allem aber nachvollziehbar sein.

Berechnen Sie die PCFs der Endprodukte

Bei der Ermittlung der Aktivitätsdaten haben Sie bereits nachvollzogen, zu welchen Endprodukten diese jeweils anteilig gehören. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse – und auf Grundlage der recherchierten Emissionsfaktoren – berechnen Sie die Emissionsfaktoren für Ihre Zwischenprodukte entlang der Fertigung in Ihrem Unternehmen. Am Ende der Berechnungen gelangen Sie zum PCF des Endprodukts. Die Berechnungsweisen zur Vernetzung von Kennzahlen im “EnPI-Connect Leitfaden – Methodik Energiekennzahlen” geben eine gute Orientierung zum Vorgehen.

Entscheiden Sie über die Kommunikation und bereiten Sie den PCF dafür auf

Entscheiden Sie, ob Sie die Ergebnisse für die interne und/oder externe Kommunikation nutzen möchten. Je nachdem, aus welchen Gründen Sie den PCF erstellt haben, unterscheidet sich das geeignete Format. Bei einer Kommunikation innerhalb des Unternehmens können die PCFs z. B. im Intranet abgelegt werden. Möchten Sie die PCFs extern kommunizieren, ist die Marketing-Abteilung gefragt. Sollen Großkunden informiert werden, eignen sich z. B. Produktdatenblätter. Wenn Sie den PCF als Verkaufsargument am Point of Sale einsetzen möchten, ist die Platzierung als Label auf der Produktverpackung denkbar. Bedenken Sie dabei, dass nur transparent nachvollziehbare PCFs glaubwürdig sind. Gerade für die Kommunikation ist eine Verifizierung nach ISO 14067 durch eine anerkannte Stelle hilfreich.

Nehmen Sie die Erkenntnisse in Ihre Klimastrategie auf

Aus der Erstellung ergeben sich wertvolle Informationen, welche eingesetzten Stoffe einen besonders hohen Anteil am PCF eines Produkts tragen. Außerdem erhalten Sie, wenn Sie mehrere PCFs erstellen, Aussagen zu Hot Spots in Ihrem Produktportfolio. Diese Erkenntnisse sind entscheidende Orientierungspunkte für ihre Klimastrategie. Daraus resultierende Klimaschutzmaßnahmen können an vielen Stellen ansetzen: Optimierungen bei der Anlagentechnik im Werk, aber auch beim Produktdesign und der Lieferantenauswahl.

Treiben Sie Klimaschutzmaßnahmen mit kalkulatorischen CO2-Preisen voran

Die gewohnte Steuerungsgröße im Management sind nicht CO2-Emissionen, sondern Kosten. Berechnen Sie die treibhausgasbezogenen Kosten je Produkt, indem Sie den PCF mit einem CO2-Preis multiplizieren. Sie können diesen CO2-Preis an real zu entrichtenden Preise festmachen (z. B. aus Brennstoffemissionshandelsgesetz). Damit geben Sie Klimaschutzmaßnahmen aber noch keinen besonderen Stellenwert gegenüber anderen Maßnahmen. Legen Sie intern einen kalkulatorischen CO2-Preis fest, der Ihre Risikoeinschätzungen und Zukunftserwartungen ausdrückt. Bei einer intern höheren Bepreisung von CO2 erreichen Klimaschutzmaßnahmen in der Investitionsbewertung bessere Wirtschaftlichkeitskennzahlen und werden eher genehmigt.

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„Seit über 10 Jahren beschäftige ich mich als Trainer und
Berater mit dem Thema Kennzahlen. Energiemanager stehen
häufig vor dem Problem, dass die ISO 50001 den Wechsel auf
klimafreundliche Energieträger nicht als Verbesserung der
energiebezogenen Leistung wertet. Die Norm behandelt eine
kWh Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage genauso wie eine
kWh Steinkohle. Bei Carbon Footprints gefällt mir sehr gut, dass
sie die Stoffe und Energien entsprechend ihrer Klimawirkung
gewichten. Für einen Einstieg in das Thema empfehle ich
auch die Leitfäden aus dem EnPI-Connect Projekt zur
Kennzahlenmethodik des Bundesumweltministeriums.“

Georg Ratjen
Managing Consultant und Teamleiter
ÖKOTEC Energiemanagement GmbH

PROZESSWÄRME

Optimieren Sie Ihre Prozesswärme

Wussten Sie, dass der Endenergieverbrauch zur Erzeugung von Prozess- und Raumwärme in der Ernährungsindustrie bei rund 70% liegt (Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V., 2019)? Davon können gut 90% der Prozesswärme zugeordnet werden, die überwiegend aus Erdgas erzeugt wird.

Wenn Sie Ihre Prozesswärme optimieren, können Sie erhebliche Einsparpotentiale realisieren und gleichzeitig Ihre Energiekosten senken.

In der Online-Checkliste und den Unterlagen zum Online-Seminar erhalten sie einen Überblick und weitere Hilfestellungen zur Optimierung Ihrer Prozesswärme.

Checkliste Prozesswärme - Wärmeträger: Heizungswasser (konventionelle Heizungsanlagen)

Optimieren Sie Ihren Prozesswärmeverbrauch.

Einstellung einer ausreichend niedrigen Vorlauf-Temperatur

Durch eine Absenkung der Vorlauf-Temperatur vermindern Sie im Heizkessel die Abgasverluste. Der Heizkessel beinhaltet einen Rauchgas-Heizwasser-Wärmetauscher. Je geringer die Vorlauf-Temperatur ist, desto weiter kann das Rauchgas ausgekühlt werden und desto niedriger sind die Abgasverluste des Kessels. Zudem zieht die sinkende Vorlauf-Temperatur die Rücklauf-Temperatur im Heizkreis mit nach unten, was die Möglichkeiten für eine eventuelle Abwärme-Einkopplung aus verfügbaren Abwärme-Quellen vergrößert.

Heizkreise mit deutlich unterschiedlichen Temperatur-Niveaus

Bei Heizkreisen mit deutlich unterschiedlichen Temperatur-Niveaus sollten Sie eine gestufte Wärme-Abgabe prüfen. Der Rücklauf des höher temperierten Heizkreises kann u. U. dem Rücklauf des kühleren Heizkreise beigemischt werden. So sparen Sie Pumpen-Energie und senken die Rücklauf-Temperatur ab.

Ausreichende Abkühlung des Heizwassers am Verbraucher

Das Heizwasser soll am Verbraucher Wärme abgeben und sich dabei abkühlen. Je größer die Temperaur-Differenz ist, desto weniger Wasser müssen Sie pumpen. Zu geringe Temperatur-Spreizungen führen zu einem Mehrverbrauch an Pumpen-Energie

Optimieren Sie Ihre Wärmeverteilung.

Hydraulische Absperrung nicht arbeitender Verbraucher

Sperren bzw. regeln Sie nicht arbeitende Verbraucher oder Teilnetze hydraulisch ab, um die Wärmeleistung zeitweise abzusenken und Wärmeverluste zu vermeiden. Damit steht den produktiven Verbrauchern mehr Wärmeleistung zur Verfügung und es wird einer Verschwendung von Pumpenleistung vorgebeugt. Es sollten in der Wärmetechnik keine Regelungen verwendet werden, die unausgekühltes Vorlauf-Wasser dem Rücklauf beimischen (Bypass-Regelungen). Bypass-Regelkreise sollten auf Beimisch-Regelkreise umgebaut werden.

Durchführung eines hydraulischen Abgleichs

Stellen Sie eine optimale Wärmeverteilung durch einen hydraulischen Abgleich sicher. Dabei werden die nahe an der Kessel-Zentrale gelegenen Wärmeverbraucher stärker eingedrosselt als die weiter entfernt liegenden. Zudem wird der maximale Durchfluss bei voll geöffnetem Regelventil begrenzt. So stellen Sie sicher, dass auch an entfernt gelegenen Verbrauchern noch genügend Heizungswasser ankommt. Der entscheidende Parameter für Ihre Erfolgsüberwachung ist die Temperatur-Spreizung. Diese sollte möglichst groß sein.

Reinigung der Filter im Verteilsystem

Verunreinigte Filter / Schmutzfänger im Verteilsystem führen zu Druckverlusten. Reinigen Sie die Filter bei Verschmutzung und ersetzen Sie diese nach Bedarf.

Verminderung von Druckverlusten

Durch größere Leitungsquerschnitte oder ein vermaschtes Verteilnetz können Sie zu hohen Druckverlusten entgegenwirken. Dies wirkt sich positiv auf die Versorgungssicherheit und den Pumpenstrom-Bedarf aus.

Reduzieren Sie den Energiebedarf Ihrer Pumpen.

Bedarfsgerechte Regelung der Pumpen

Setzen Sie für Anlagen mit Lastschwankungen drehzahlgeregelte Pumpen ein. Mit einer bedarfsgerechten Regelung können Sie den Energiebedarf für den Betrieb Ihrer Pumpen maßgeblich verringern. Regeln können Sie den Pumpenbetrieb beispielsweise in Abhängigkeit von der Druckdifferenz an Ihren Verbrauchern oder dem Vordruck vor den Verbrauchern.

Abschalten der Pumpen bei Nicht-Bedarf

Prüfen Sie, ob das Abschalten von Pumpen bei Nicht-Bedarf durch die Steuerung möglich ist und ob diese Abschaltung in der Praxis auch funktioniert.

Einsatz von Pumpen mit einem hohen Wirkungsgrad

Die Wirkungsgrade der eingesetzten Pumpen beeinflussen über Jahre oder Jahrzehnte Ihre Stromkosten für die Wärme-Verteilung. Hier lohnt es sich immer, nicht nur die Beschaffungskosten der Pumpe zu betrachten, denn etwa 80 – 90% der Kosten entstehen im Betrieb. Mit ineffizienten Pumpen können Sie sehr schnell mehr über die Betriebskosten zusetzen, als Sie im Einkauf der günstigeren Pumpe gespart haben.

Schlecht-Punkt-Regelung

Durch eine Schlecht-Punkt-Regelung richten Sie den Betrieb der Pumpen auf den kritischen Verbraucher Ihres Systems aus. Damit vermeiden Sie unnötig hohe Drücke in Ihrem System.

Überprüfung Einsatz dezentraler Pumpen

Senken Sie den Druck Ihres Systems vorrangig durch eine Anpassung der Pumpenleistung ab. Dezentrale Pumpen für weit entfernt liegende Verbraucher sind eine gute Alternative, um individuelle Drücke bereitzustellen und unnötige Druckverluste zu vermeiden.

Reduzieren Sie Ihre Wärmeverluste.

Dämmung von Rohrleitungen, Armaturen und Bauteilen

Wärmeverluste können Sie durch die Dämmung von Rohrleitungen, Armaturen und Bauteilen verringern. Das sollten Sie vor allem dann tun, wenn die Rohrleitungen in kalten Bereichen verlaufen. Achten Sie auf eine korrekte Ausführung der Dämmung, um Durchfeuchtung zu vermeiden. Die Dämmung sollte regelmäßig vom Fachpersonal auf Mängel überprüft werden.

Einsatz effizienter Wärmeübertrager

Setzen Sie effiziente Wärmeübertrager ein, um unnötig hohe Vorlauftemperaturen auf der Primärseite zu vermeiden. Für Wasser-Wasser-Wärmetauscher sollte die Temperatur-Spreizung nicht mehr als 3 Kelvin betragen. Auch sollten die Druckverluste der Wärmetauscher weder zu hoch, noch zu niedrig sein. Zu hohe Druckverluste führen zu unnötig hohem Pumpenstrom-Verbrauch. Zu niedrige Druckverluste können bei Teillast des Wärmetauscher zum Umschlagen der turbulenten in eine laminare Strömung im Wärmetauscher führen, was zu einem deutlich schlechteren Wärmedurchgang und Absinken der übertragbaren Leistung führt.

Dezentrale Versorgung einzelner Verbraucher

Prüfen Sie, ob eine dezentrale Versorgung einzelner Verbraucher wirtschaftlich ist. Das kann vor allem dann der Fall sein, wenn einzelne Versorger weit von der (zentralen) Wärmeerzeugung entfernt sind.

Optimieren Sie Ihre Wärmeerzeugung.

Abwärmenutzung bei hohen Temperaturen

Prüfen Sie, ob eine Abwärmenutzung aus alternativen Wärmequellen möglich und wirtschaftlich ist. Interessante Abwärmequellen können heiße Rauchgas oder die Ölkühlkreise von Druckluft-Kompressoren sein. Bei diesen Abwärmequellen reicht die Temperatur meist für eine direkte Nutzung im Heizkreis oder für eine Rücklauf-Temperatur-Erhöhung im Heizkreis aus.

Abwärmenutzung bei niedrigeren Temperaturen

Bei niedriger temperierten Abwärmen brauchen Sie in der Regel entweder größere Heizflächen (Heizkörper) oder eine Heizungsform, die mit niedrigen Temperaturen arbeitet, wie z.B. eine Fußbodenheizung. Alternativ oder ergänzend kann auch der Einsatz von Wärmepumpen sehr sinnvoll sein.

Brenner-Neujustierung

Wenn mehr Kessel-Leistung installiert ist, als am kältesten Tag des Jahres benötigt, haben Sie Überkapazitäten. Ist das der Fall, sollten Sie mindestens einen Ihrer Kessel durch Neujustierung des Brenners auf eine niedrigere Leistung effektiver machen. Eine weitere Möglichkeit wäre, einen zweistufigen Kessel nur in der Kleinlast-Stufe zu betreiben. Mit sinkender Feuerraum-Belastung wird ein Kessel effektiver, da die Leistung sinkt, die installierte Wärmetauscherfläche aber gleich bleibt. Dies führt zu einer besseren Abgasauskühlung und zu einem besseren Kessel-Wirkungsgrad.

Regenerative Wärmebereitstellung

Ist eine CO2-Einsparung ein wichtiger Effekt für Sie, sollten Sie über den Einsatz regenerativer Brennstoffe, wie z. B. Holz-Brennstoffe (Holzhackschnitzel oder Pellets) nachdenken. Das gilt besonders, wenn Sie Zugang zu kostengünstigem Holz haben.

Einsatz effektiver Erzeuger

Bei Wasser als Wärmeträger bietet sich ein Brennwert-Kessel als Wärme-Erzeuger an. Bei der Brennwert-Nutzung wird auch der Wasserdampf, der durch die Verbrennung der Kohlenwasserstoffe entsteht, in einem Wärmetauscher kondensiert. Die Nutzung der Kondensationswärme leistet einen zusätzlichen Beitrag zur Beheizung. Voraussetzung für die Brennwert-Nutzung ist, dass die Rücklauf-Temperatur unterhalb der Kondensations-Temperatur der Abgase liegt. Dafür werden Niedertemperatur-Heizflächen, wie z.B. Fußboden-Heizungen, benötigt.

Checkliste Prozesswärme - Wärmeträger: Wasserdampf

Optimieren Sie Ihre Kondensatwirtschaft.

Rückführung des Kondensats

Das Kondensat aus Wasserdampf enthält durch die hohen Temperaturen noch viel Energie. Es sollte nur in Ausnahmefällen verworfen werden. Eine Kondensatrückführung in den Dampf-Prozess mindert den Energie-Verbrauch deutlich.

Unterkühlung des Kondensats

Das Kondensat aus Wasserdampf enthält durch die hohen Temperatur noch viel Energie. Bei offenen Kondensat-Rückführungssystemen bildet sich durch die Druckabsenkung auf Umgebungsdruck Entspannungsdampf, der entweicht und damit die Verluste des Dampfsystems erhöht. Eine Kondensat-Unterkühlung am Verbraucher vermindert diese Verluste deutlich.

Regelmäßige Überprüfung der Kondensatableiter

Ein undichter Kondensatableiter kann zu erheblichen Dampf-Verlusten führen. Prüfen Sie Ihre Kondensatableiter regelmäßig. Der Kondensatableiter muss für die Entwässerungsaufgabe passend ausgewählt und eingebaut sein. Hier gibt es in der Praxis viele Fehlerquellen, die zu einem unbefriedigenden und ineffizienten Betriebsverhalten führen können.

Optimieren Sie Ihre Verteilung.

Beachtung von Dampf-Fahnen aus Kondensat-Sammelbehältern

Achten Sie auf Dampf-Fahnen aus Kondensat-Sammelbehältern, denn diese zeigen Energie-Verluste an die Umgebung an.

Ausreichende Dämmung der Dampf- und Kondensatleitungen

Dampfleitungen haben meist Oberflächentemperaturen deutlich über 100°C. Eine ausreichende Dämmung der Leitungen ist eine wesentliche Voraussetzung für einen effizienten Anlagenbetrieb.

Effektive Kondensatrückführung

Am effektivsten sind geschlossene Kondensat-Rückführungssysteme. Bei offenen Kondensat-Rückführungssystemen bildet sich durch die Druckabsenkung auf Umgebungsdruck Entspannungsdampf, der entweicht und damit die Verluste des Dampfsystems erhöht.

Optimieren Sie Ihre Erzeugung.

Wahl des richtigen Dampfdrucks

Wasserdampf ist sehr gut geeignet für den Transport großer Wärmeleistungen. Beim Wasserdampf ist der Dampf-Druck das entscheidende Kriterium, weil die Kondensations-Temperatur des Dampfes vom Druck abhängt. Je höher der Druck, desto höher die Kondensations-Temperatur. Die Erfahrung zeigt, dass häufig der Druck, der bei der Erst-Inbetriebnahme eingestellt wurde, über Jahrzehnte beibehalten wird. Hinterfragen Sie den eingestellten Druck kritisch und passen Sie ihn den sich ändernden Bedürfnissen an. Wenn Sie einen Erzeugungsdruck einstellen, dessen Kondensations-Temperatur deutlich höher als die Temperatur am Verbraucher mit der höchsten Temperatur-Anforderung ist, verschwenden Sie Energie. Die unnötig hohe Verdampfungs-Temperatur führt zu einer Erhöhung der Abgasverluste des Dampfkessels.

Einsatz effizienzsteigernde Wärmetauscher

Ein Dampfkessel nach Stand der Technik sollte über einen Economiser (Abgas-Speisewasser-Vorwärmer) verfügen. Auch der Einsatz eines Abgas-Wärmetauschers für die Nutzung der Abwärme in anderen Prozessen ist sehr sinnvoll. Dabei ist natürlich immer eine Einzelfall-Prüfung erforderlich.

Checkliste Prozesswärme - Feuerung: Rauchgase & Strahlungswärme

Optimieren Sie Ihre Feuerung.

Vorwärmung der Verbrennungsluft

Eine Verbrennungsluft-Vorwärmung durch das Abgas ist ein besonders effektives Mittel zur Senkung der Abgas-Verluste in prozessthermischen Anlagen. Prüfen Sie den Einsatz einer Verbrennungsluft-Vorwärmung.

Einsatz von Rekuperator- oder Regenerator-Brennern

Rekuperator- oder Regenerator-Brenner arbeiten bei einer Verbrennungsluft-Vorwärmung durch das Abgas besonders effektiv. Sie werden häufig in prozessthermischen Anlagen eingesetzt.

Regeln oder Überwachen des Luft-Überschusses

Wenn der Luft-Überschuss, gemessen am O2-Gehalt im Abgas zu hoch ist, arbeitet die Feuerung weniger effektiv. Sie sollten den Luft-Überschuss im Blick behalten.

EXCEL-DATEI HERUNTERLADEN

„Für viele Prozesse in der Ernährungsindustrie wird Wärme benötigt, die erzeugt und verteilt werden muss. Welche Einsparpotenziale im Bereich der Wärme-Erzeugung, Wärme-Anwendung und Abwärme-Nutzung möglich sind, ist häufig nicht bekannt, da das Augenmerk der Lebensmittel-Technologen dem Produkt gilt. Aus meinen über 20 Jahren Erfahrung in der Vor-Ort-Beratung von Industrieunternehmen weiß ich: Meistens gibt es ein erhebliches Einsparpotenzial.“

WOLFGANG BRETTL
Principal
ÖKOTEC Energiemanagement GmbH